Wenn digitale Wesen zu Materie werden

Phil am 5. September 2008 um 15:06

Seit vielen Jahren schon turne ich im Internet herum und immer wieder ergab sich die Möglichkeit, jemanden, den man vorher anonym nur als Nick, eMail oder Blogger am Bildschrim las, persönlich kennen zu lernen. 

Begonnen hatte es irgendwann vor ungefähr zehn Jahren, als ich sehr aktives Mitglied in einem Forum des Sterns war. Ein Forumsmitglied organisierte in Erlangen anlässlich des Berchs ein Treffen für knapp 30 Leute. Vor Neugier damals fast zerplatzend fuhr ich mit meiner Sissy ins Fränkische, was da wohl für Menschen hinter der digitalen Fassade stecken würden. Und war, kaum eine halbe Stunde in der Gruppe angekommen, ziemlich geläutert. Ein Haufen Bekloppter - bis auf den Organisator entsprach fast kein einziger Forianer meinem Bild, das ich mir seinerzeit von ihm bzw. ihr gezeichnet hatte. 

Nicks, die Forum die Klappe weit aufrissen, bekamen beim persönlichen Kontakt die Zähne nicht auseinander; Frauen, die Männer anbaggerten, entpuppten sich als Kampflesben und nur wenige, vielleicht drei oder vier der Teilnehmer, entsprachen in der Realität annähernd ihrem digitalem Image. Jedenfalls hatten Sissy und ich so schnell die Schnauze voll, dass wir einen Tag früher als geplant Erlangen verliessen.

Ein paar Jahre später war ich in insgesamt drei Foren aktives Mitglied, in dem sich alles um Unterhaltungselektronik drehte. Hier fanden diverse Treffen statt, bei denen ich die Erfahrung machte, dass die Personen hinter ihren elektronischen Identitäten sehr nahe am realen Menschen sind. Ein Bit&Byte-Arschloch ist auch ein Haut&Haare-Arschloch, ein netter Nick ist im Leben meist auch ein solcher Mensch. Aus dieser Zeit haben sich sogar Freund- oder Bekanntschaften entwickelt; der neohesse, der hier im Blog öfters in den Kommentaren spammt schreibt, ist z. B. solch ein Relikt aus jenen Tagen. 

Wiederum etwas später probierte ich ein paar der damals wie’s Gewitter anwachsenden Singlebörsen aus. Eher ohne dem Vorsatz, dort wirklich eine Dame des Herzens zu finden, emfand ich jene Monate als schrill, komisch bis entsetzlich; keine anderen Plattformen ziehen Anspruch und Wirklichkeit des Egos soweit auseinander wie jene. Irgendwann jedenfalls werde ich hier im Blog zu meinen Erfahrungen aus dieser Zeit eine kleine Serie starten - die Erfahrungen und insbesondere die persönlichen Dates sind teilweise echte Brüller gewesen. 

Schliesslich landete ich (wieder) beim Bloggen und nunja, hier habe ich inzwischen die meisten für mich interessanten und angenehmen Zeitgenossen kennen gelernt. Und demnächst im Oktober, lerne ich wieder ein paar Gesichter hinter ihren oft wortgewandten Beiträgen kennen bzw. sehe ein paar liebe und vertraut gewordene Blogger wieder. Darauf freue mich.

Und morgen? Da gibts ein Novum für mich - jemand, den ich zwar vom Telefon und etlich geschriebenen Mails aus einem Social Network kenne, kommt mich besuchen. Da ist sie wieder, seit eben, jene Neugier, die mich fast zum Zerplatzen bringt. Vielleicht werde ich ja von diesem Date berichten … 

Phil 

[zeit:los]

Phil am 3. September 2008 um 22:50

[zeit:los]

Manchmal haben wir zuviel Zeit für Nichts und manchmal zuwenig Zeit für Alles. Ein Umstand, der uns nicht sonderlich sorgen sollte, solange man selbst in der Lage ist, das jeweils entstandene Defizit aus dem Takt der eigenen, inneren Uhr und dem Tempo der persönlichen Umgebung so zu synchronisieren, dass keine Unruh entsteht. Geschieht dies dann einmal doch, dann verhakeln sich wohl die eigenen Zahnräder in Kopf, Herz und Bauch; ein Zustand tritt ein, wie ihn aktuell BastiH und suspect-zero in ihren Blogs artikulieren.

Die, nein, besser Deine Uhr wird in diesem Fall, ab diesem Moment zu Deinem inneren Osama Bin Laden - jeder Blick auf die Ziffern eins bis zwölf zu Deinem persönlichen kleinen, immer wiederkehrenden Nine-Eleven. Du fängst an, immer komplexere Abwehrstrategien gegen den Schwund Deiner eigenen auf 24 Stunden begrenzten Ressourcen zu entwickeln mit dem Erfolg, dass die Beschäftigung mit eben jenen Strategien sich im Verlauf der Zeit zum grössten Ressourcenfresser an sich entwickeln wird. Du bist auf einmal nur noch der Stundenzeiger, während alle anderen um Dich herum im Minuten- oder Sekundenschritt zu laufen scheinen.

Es macht Dich krank, ganz schleichend. Zuerst im Verhalten gegenüber Deinem Umfeld und etwas später Deinen Liebsten. Du wirst ein Arschloch, ganz langsam, mit der Zeit. Du beginnst Deine eigenen drei Dimensionen aus Raum, Zeit und Biorhythmus wie ein Hütchenspieler hin und her zu schieben mit dem Erfolg, dass bei jedem Lupfen des Huts nichts unter ihm liegen wird, ausser dem Hinweis, dass jeder im voraus bestimmte erfolglose Versuch, etwas zu ändern, Dich etwas gekostet hat. Nämlich Deine Zeit.

So sehr sich die Gefüge in der Zeit auf dem Weg zum Burnout oder anderen die Gesundheit bedrohenden Faktoren verschieben mögen und so paradox es klingen mag - der Weg aus diesem Kontinuum aus plötzlicher Persistenz des Verlusts sozialer Identität zeigt sich einem meistens dann, wenn der Fall des Erkennens der eigenen Unfähigkeit zum Zeitmanagment eintritt. Dies kann in einem lichten Moment des Stillstands passieren, wenn man z.B. ausnahmsweise mal Zeit für sich hat; oft aber sind es aber auch äussere Einflüsse, die einen langsam wieder im Takt seiner Umwelt schlagen lassen.

Bis vor circa sieben Jahren war ich ebenfalls zu einem derartigernTerminjunkie mutiert, sukzessive. Bis mich die Realität in einer meiner grössten persönlichen Niederlagen einholte, in deren Fahrwasser mich weitere, teilweise noch härtere Tiefschläge trafen. Aber - ich lernte umzudenken, mich selbst zu organisieren und vor allem die Zeitterroristen aus meinem Kopf zu verbannen. Indem ich ihnen jenen Raum nahm, den ich in weniger Arbeit, weniger Gehalt und vor allem eines - Zeit für mich - investierte.

Jene Anlage hat sich für mich rentiert, allerdings habe ich mich im Gegensatz zu suspect-zero nicht von meinem digitalen Organizer (ebenfalls ein MDA III) getrennt. Meiner enthält seit jenem Zeitpunkt der Rückkehr in die Normalität immer noch “Tasks”. Solche wie Blumen giessen, Hemden am Samstag aus der Reinigung abholen oder den oder die mal privat anrufen. Eine liebevolle, selbstironische Reminiszenz an meine 48-Stundentage im 24er Korsett. Nichts geschäftliches mehr; nur noch Dinge, die mich im Takt meines Seins leben lassen und nicht mehr jene Einträge enthält, durch die das Leben mein Sein zu takten versucht.

Phil

[bagger:strategien]

Phil am 3. September 2008 um 17:02

Hmmm. Die kleine Blonde aus meinem favorisierten Eiscafe würde ich schon gerne mal ausführen. Nur wie stelle ich das am besten an? Es wäre schon irgendwie doof, wenn ich sie fragen würde, ob ich sie auf ein Eis einladen darf …

Phil

Chrome, der neue Browser von Google

Phil am 3. September 2008 um 13:13

Da ich keine Ressentiments gegen die Sammlung werbungsbezogener Daten zu meiner Person habe, da mir Werbung generell am Arsch vorbei geht und ich darüber hinaus ein überaus neugieriger Nager bin, habe ich mir soeben Googles neuen Browser Chrome zugelegt.

Download, Installation, Favoritenimport aus Internet Explorer bzw. Firefox sowie die Einstellung diverser Optionen dauerten insgesamt keine zehn Minuten. Da ich beim Start des Browsers derzeit sieben verschiedene Seiten gleichzeitig öffne und mir die Ladezeiten bzw. das Tab-Geklicke bei meinen beiden aktuellen Browsern gewaltig auf die Nüsse geht, war ich gespannt, wie flott diese Aufgabe von Chrome erledigt wird. Und boah - in weniger als zehn Sekunden waren alle sieben Seiten da. Geil, wenn ich bedenke, dass ich aktuell mobil unterwegs via UMTS mit der ungefähren Geschwindigkeit eines 1.000er DSL surfe.

Ich verzichte jetzt hier detailliert auf Googles neues Gratistool einzugehen, aber hier, hier oder hier gibt es ein paar Artikel zur Funktionalität sowie mehr oder weniger konstruktive Kritiken. Erstes Fazit: Ich glaube, dass ich Chrome nach ein paar Tagen sorgfältiger Beobachtung als meinen Standardbrowser einrichten werde.

Phil

Nachtrag: Toller Beitrag zum Thema und der Vision hinter Chrome. 

Ja. Klar.

Phil am 2. September 2008 um 22:20

Geht hier im Blog nicht viel zur Zeit. Birne leer, da auf Arbeit null gefordert. Aber auch Birne voll, da andere Dinge unter meinem Scheitel ihre Kreise ziehen und diese partout nicht zur Landung ansetzen wollen. Was das Ganze noch so a weng verkompliziert ist, dass sich in die Umlaufbahn meines Spatzenhirns mindestens eine Frau eingeklinkt hat.

Das macht alles nicht wirklich einfacher. Irgendwie.

Phil

Retro-Party

Phil am 1. September 2008 um 16:52

Disco, Disco ...Am Wochenende gammelten wir wie so oft bei schönem Wetter an unserem favorisierten Badesee herum. Die letzte Nacht und die damit verbundenen leichten Kopfschmerzen waren noch nicht ganz abgeklungen, als sich uns schon wieder die Frage stellte, zu welchem Anlass man als nächstes ein paar Liter Averna Ramazotti leichten Weisswein in sich schütten abpumpen geniessen könnte.

Und - tufftäääh! U. hatte die grandiose Idee, eine Retro-Party zu schmeissen. Mit all dem Zeuch, das man so vor 20 Jahren und davor zum Essen und Trinken auftischte. So ein paar Dinge sind uns spontan eingefallen:

Fabersekt, und / oder (*würg*) Kellergeister
Appelkorn, Persico
Erdbeersekt (für eine Mark 20, wobei eine Mark der Anteil für Sektsteuer war)
Asti Spumante
Bowle (mit Obst drin)
Bommerlunder, Batida de Coco (*speutz*)
Tritop
Käse-Igel
Lachsersatz
hart gekochte Eier mit falschem Kaviar drauf
Pumpernickel mit Käse
Schinkenröllchen mit Dosenspargel
Mett-Igel
Tomaten mit Fleischsalat gefüllt
Heringssalat (rot)

Vielleicht fallen meinen betagteren Lesern noch ein paar mehr (oder weniger) leckere Sachen aus jenen längst vergangenen Zeiten für die Party ein …

Phil

Der kleine Stich

Phil am 30. August 2008 um 02:34

Gott sei Dank. Es gibt ihn noch, jenen kleinen Stich ins Herz.

Phil

Jingle bells, jingle bells …

Phil am 28. August 2008 um 22:51

… ich fasse es nicht! Bei fast dreissig Grad Aussentemperatur werden VIER Monate vor den Weihnachtswahn schon die ersten Süßwaren aus dem Adventskonsumterror auf den Markt geworfen.

Da hol’ ich mir doch mal am besten mal ’nen Glühwein.

Frohe Weihnacht, Phil

Randnotizen (31)

Phil am 28. August 2008 um 14:13

Randnotizen (31)

Nur noch wenige Minuten und dann fahre ich in den Sonnenschein. Dafür reichen heuer keine 200 Kilometer; auch einen Flug braucht es nicht. Es reicht, wenn ich in meine Heimat komme, aus der mich seit zwei Tagen Nachrichten erreichen, wie warm es denn dort sei und dass man sich im Badeanzug auf den Balkonen lümmeln könne. Hier in Essen dagegen regiert Pisswetter bei 20 Grad - gefühlt sind es keine 15 und der Wunsch nach meinem Rheumadeckchen war diese Woche nur schwerlich zu unterdrücken.

*

Ich gebe zu, dass ich registrierter Kunde bei zwei Onlineversendern für Erotikartikel bin. Natürlich nur, um dort diverses Zubehör zu ordern, welches ich ausschliesslich anderweitig verschenke. Dumm allerdings, wenn ein Kollege neben mir im Büro sitzt, auf den Flat unseres Firmenrechners wie auch auf das Display meines eigenen Laptops sehen kann und so mitbekommt, wie just in jenem Augenblick eine Bestellbestätigung von einem dieser beiden Shops in meinem Outlook eingeht.

*

Zur Zeit kann ich futtern wie ein Scheunendrescher. Neben den üblichen Leckerlis zwischendurch sind derzeit täglich zwei warme Mahlzeiten das Minimum, das ich an Nahrung zu mir nehmen muss, um nicht entkräftet zum Erdboden zu sinken. Was wohl auch Auswirkungen auf mein Äusseres haben, denn letzten Samstag meinte F., dass ich plötzlich so etwas wie einen Arsch in der Hose hätte. Stimmt! Die eine Jeans hält inzwischen auch ohne Gürtel.

*

Manche meiner Spässe sind ja schon recht derb und der von gestern wäre fast ins Auge gegangen. Als ich nach meinem Mittagsbummel durch die Essener Innenstadt auf dem Weg zurück ins Büro war, näherte ich mich (business-mässig voll aufgestylt!) einem Fassadenreiniger, der gerade begann eines jener beschissen hingekritzelten Graffitis von einer Hauswand zu schrubben. Fröhlich rief ihm zu, dass er damit aufhören solle, sah in ein seltsam fragendes Gesicht und ich fuhr fort, dass ich doch am Vorabend damit noch nicht fertig geworden wäre …

*

Der Gedanke an ein sonniges Wochenende zaubert mir nun ein fröhliches Liedchen auf die Lippen, auch wenn jenes wegen etlicher Veranstaltungen ein etwas stressiges werden wird. Daher lesen wir uns wohl erst nächste Woche wieder, habt Euch wohl und ein schönes Wochenende, übrigens.

Phil

Jene Freiheit, die ich mir nehme…

Phil am 27. August 2008 um 17:06

Freiheit statt Angst - Demo in Berlin am Samstag, den 11. Oktober ab 14.00 Uhr

Oh - wird unser kleiner Phil in seinem Blog jetzt auf einmal politisch? Die Antwort ist ein eindeutiges Jein, weil ich in sechs Wochen aus verschiedenen Gründen an dieser Demonstration teilnehmen werde.

Dass ich mich politisch aktiv engagiert habe, ist verdammt lange her; es war so Ende der Siebziger bis Mitte der Achtziger. Damals hatte ich ein eindeutig politisches Profil, eine konkrete Meinung und mir heilige Ideale, die es galt zu verfolgen und umzusetzen mit all jenen Mitteln und zuweil darüber hinausgehenden, die uns Bürgern damals in einer rechtsstaatlichen Demokratie erlaubt waren und heute im Grossen und Ganzen immer noch zulässig sind. Ich war damals links und zwar so etwas von links, dass meine Eltern seinerzeit der Auffassung waren, an meiner Schule würden alles nur Sozis und Kommunisten unterrichten, die mir jene Flausen in den Kopf setzten. Teilweise sympathisierte ich sogar mit gewissen Zielen der RAF, verabscheute aber deren eingesetzte Mittel zu Erreichung eben derselben.

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[gedanken:gedümpel]

Phil am 26. August 2008 um 22:15

nach gedacht ...In manchen Stunden oder meist kürzeren, oft flüchtigen Momenten bin ich nicht anwesend. So wie gestern Abend, ein paar Stunden vielleicht, mich von mir selbst entfernend, zwei bis drei Stunden aus dem Fenster ununterbrochen auf die Bushaltestelle der Cäcilienstrasse mit all den dort an- und abfahrenden Menschen starrend und irgendwie neben mir selbst sitzend, um eines zu sein - näher bei mir. Später dann, mit einem Bier in der Hand auf der Couch liegend, erst auf und dann durch die Zimmerdecke hindurch starrend, um auf eine kleine Reise zu gehen, die wieder zu mir führen soll, um den weiteren Weg zu finden, ihn besser kennen zu lernen.

Zwischen jenen beiden Zeitpunkten meiner offensichtlich äusserlichen Abwesenheit, in denen ich -sofern unter Menschen präsent- aus unerfindlichen Gründen von diesen nicht angesprochen werde, kehrt eines in mich ein. Ruhe, eine tiefe innere Entspannung von den kürzeren oder längeren zurückliegenden Lebensabschnitten, welche ansonsten eher der abendlichen Hektik in der Tokioter Innenstadt gleichen. Das Getränk erwärmt sich in der Hand, weil es nicht getrunken wird, der Aschenbecher füllt sich nicht weiter, weil die Zigarette aus bleibt und überhaupt - jegliche meiner äusserlichen Aktivitäten scheinen für die Dauer jener Momente zu erlahmen, fast einer Art Trance gleich.

Es ist ein Tauchgang, in die Zwischenwelt oder aus ihr heraus, wobei mir die Richtung des Ein- oder Auftauchens wie auch ihre Definition per se egal ist, denn in diesen Phasen der mentalen Regeneration zählt nur eines - weg vom gespielten Fremdbild, mit einem kräftigen Beinschlag in der Suppe des Seins Vergangenes ad acta legend, mich in jenem Nebel des Gestrigem sanft dümpeln zu lassen, in dem die eigenen Gedanken neu geordnet zu seien, scheinend.

Alles was mir sonst, hier, im Sekundentakt durch den Kopf schiesst, verringert seine Fahrt; es hat so ein wenig etwas von Neo in seiner Matrix, jenen auf ihn abgefeuerten Kugeln des inneren Alter Egos auf der Suche nach dem Ich ausweichend, Erkennend, dass nicht andere und nicht immer das Leben die Waffe auf mich, Dich oder ihn richtet und den Abzug durchdrückt, sondern dass man meist selbst der Auslöser jener Ereignisse ist, die einen jenseits der eigenen Oberflächlichkeit unterhalb dessen gedrückt hält, derer Last man sich so gerne entledigen würde.

Jene Augenblicke oder zuweil gefühlten Ewigkeiten jenseits des inneren Seelenspiegels sind es, die meine Rückkehr ins hier, der Scheinbarkeit der eigenen Wachheit dahingehend jenseits unseres Alltäglichen ermöglichen, um sich bewusst zu werden, dass vieles, das man wie er, so wie man es durchlebt, einen, seinen Sinn hat. Ich schnippe nun mir selbst mit meinen Fingern zu, schüttele mit ein paar schnellen Kopfbewegungen die Last der Erinnerungen ab und überlege, für wen ich diese wenigen Zeilen eigentlich schreiben wollte.

Für mich oder doch, vielleicht für Dich?

Phil

Uffgeschnappt (2)

Phil am 24. August 2008 um 22:43

Chuck Norris ißt keinen Honig,
er kaut Bienen!

Phil

Uffgeschnappt (1)

Phil am 24. August 2008 um 22:42

Wer schon immer Scheisse war,
kann nichts verkehrt machen!

Phil

Shuffling Madness

Phil am 24. August 2008 um 17:45

Jethro Tull - The 40 Years Anniversary Tour 2008

Ian Anderson in action

Gestern war es endlich soweit - nach monatelangem Warten auf dieses Ereignis wackelte ich mit ein paar Freunden und Fans voller Vorfreude ins Hanauer Amphitheater, um mir dort eine längst zur Legende gewordene Band aus meiner Jugend anzuhören und -sehen. Jethro Tull! Jene stilistisch so einmalige Formation um Ian Anderson, die dieses Jahr anlässlich ihres vierzigjährigen Bestehens durch die verschiedensten Städte tourt und dort nicht nur die greisen älteren Fans um sich schart, sondern wie ich erstaunt feststellen konnte, auch viele jüngere Anhänger.

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Mit dem Handy Popcorn machen (II)

Phil am 23. August 2008 um 11:15

Von wegen! Habe mich gestern in meiner Stammkneipe schön zum Deppen gemacht - hier findet sich wohl die Auflösung. Danke Nika ;-)


Phil

Mit dem Handy Popcorn machen!

Phil am 22. August 2008 um 17:54

Ich sage Euch - das probieren wir am Wochenende in der Kneipe mal aus - besser sind übrigens vier Handy gegenüber im Quadrat angeordnet. Soviel übrigens auch zum Thema ungefährliche Handystrahlung!

Phil

Randnotizen (30)

Phil am 21. August 2008 um 15:01

Randnotizen (30)

Ich muss mal zum Arzt, glaube ich. Meine Speisenfolge im Verlauf des gestrigen Tages: Thunfischbrötchen, Twix, Croissant, Bauernfrühstück aus Ei, Bratkartoffeln und saurer Gurke, Schokoeisbecher, Käsesahnetötchen plus holländischer Kaffee, zwei Wienerle, halbe Tüte Lakritz, Krautsalat, Jägerschnitzel, 1/2 Mettbrötchen und kurz vorm Pennen noch ein paar Riegel Schokolade. Irgendwie habe ich aber Angst davor beim Doc zu hören, dass ich schwanger sei.

*

Ciao Bella! Im vorletzten Beitrag habe ich mit Frau Echse ein wenig Camp David gespielt. Ich bin mal gespannt, ob der Fraktionszwang zwischen den zwei Bloggerfronten nach anderthalb Jahren zumindest aufgeweicht ist und die Querelen nun vorbei sind. Ich jedenfalls halte den Ball ab sofort ganz flach. Allerdings eines behalte ich mir vor - das Wort Möpse wird nach wie vor in diesem Blog ab und zu verwendet werden.

*

Wenn mein Kalender es zulässt, werde ich am 11. Oktober in Berlin seit gefühlten Jahrhunderten wieder auf eine Demo gehen. Das letzte Mal war zu Zeiten der Startbahn West, Pershing II oder FJS. Jedenfalls kann die Stasi 2.0 an diesem Tag getrost eine ruhige Kugel schieben; denn während ein paar Tausend Demonstranten mit Papptafeln durch die Hauptstadt zuckeln, können diese gleichzeitig ja nicht ihre kriminellen Energien am Computer austoben.

*

Unser diesjähriger Silvesterurlaub nach Österreich in den Lungau ist endlich gebucht. Eine Woche Party satt. Von der natürlich wie letztes Jahr hautnah in diesem Blog berichtet werden wird. Selbstverständlich wird auch meine liebe Ex-Bloggerin aus und in Salzburg besucht werden. Die ab und zu so schöne Bumsgeschichten gebloggt hatte, es nun aber vorzieht, ihr Geld mit Stadtführungen für Blognasen zu verdienen. Nun, da ich von ihr Salzburg bereits gezeigt bekommen habe, werden ich dieses Jahr mit ihr mehr Zeit für andere Dinge haben. Um ihr auf die Möpse zu starren, zum Beispiel.

*

Vielleicht treffe ich wie beim letzten Mal in Berlin sie, ihn, ihn oder schon wieder ihn. Oder ein paar andere nette Blognasen aus der Region. Und hoffentlich sie, wegen der ich ja eigentlich jenen Wochenendtrip veranstalte. Nur in den Biergarten beim Cafe am kleinen See können wir wettertechnisch nicht gehen - eine andere Location müsste also her. Vielleicht ja wieder mal am Prenzl, die Gehörgänge mit Staropramen fluten.

*

Über Silvester werden dieses Jahr die meisten aus unserer Clique nicht mehr in so einer Pension nächtigen, die eher die Bezeichnung Obama Baracke verdient hätte. Nun haben wir so einen Palazzo Prozzo gebucht, mit Ringelpietz und Anfassen. Alles nur vom feinsten, mit Fitness-Area, Wellnessbereich, Solarien und Hastenichtgesehen. Inklusive Sackkraulen und Klötenkneten, wird bestimmt klasse. Am meisten freue ich mich aber auf die Gesichter meiner Mitreisenden beim gemeinsamen Frühstück, wenn Sebbel und ich unser favorisiertes erstes Mahl des Tages zu uns nehmen: Schokosahnetorte und Pils!

Und vielleicht, ganz vielleicht gehe ich bald doch noch mal - zum Arzt.

Phil

licht:|+|:schatten

Phil am 20. August 2008 um 23:30

[ka:thi]

…der Weg zum Licht beginnt in der Dunkelheit brummelte Irene vor sich hin, während sie aus ihrem Wohnzimmer durch ihre trüben Augen hinaus in den Hof zwinkerte. Der schleichend sich abzeichnende Vollmond hatte in dieser Nacht einen Hof, einen grossen, einer Hutkrempe gleichenden gebildet und stand fast senkrecht über dem Gebäudekomplex jener komplexer Seelen, die ihn bewohnten. Die wolkenlose Nacht und inverse Korona des so scheinbar nahen Erdtrabanten verwandelten das Hofinnere in ein Kaladeidoskop aus Hell und Dunkel; Fenster- und Autoscheiben spiegelten im ständigen Wechsel mit dem wandernden Mond gleissendes Licht und glänzende Schatten wider.

Reue vernichtet Schuld raunte es plötzlich im Raum und Irene dachte mit ihren rund neunzig Jahren an jene längst vergangene Zeit, in welcher sie der rotbraunen Masse blindlings diente und sich für Taten verantwortlich zeichnete, derer Erinnerungen sie sich bis zum heutigen Tag nicht entledigen konnte, Denn als sich nach Kriegsende die, ihre, ihr nie bis dato bekannte Reue einstellte, war es plötzlich so, dass sich Irenes Bewusstsein meldete und Ihr in der Dunkelheit jene Albträume sandte, die sie im Licht der Vergangenheit für ihr Volk beging.

In der Bibel steht, Liebe decke alle Schuld zu, doch mit einem tiefen Seufzer schüttelte Irene in ihrem Rollstuhl innerlich den Kopf, während sie das vagabundierende Spiel des Mondlichts im Hof betrachtete. Dachte an ihre zwei Männer, längst verblichen und nie wirklich geliebt; an ihre einzige Tochter, die in den Sechzigern bei Studentenunruhen einen tragischen Tod fand und das aus dem Muttersein wachsende Gefühl der Liebe, welches Irene derzeit erstmals tief innewohnte, sie aber eben aus jener Tragik heraus für immer begraben musste.

Durch den offenen Fensterspalt des Wohnzimmerfensters zog eine Brise des aufrauschenden Nachtwinds und liess die Flamme der grossen Kerze neben dem Rollstuhl bedrohlich flackern, so, als wenn sie jede Sekunde erlösche. Jenem Licht, welches in dieser Nacht der kargen Wohnung Irenes als einziger Quell ein wenig Helligkeit, Wärme spendete und in dessen Schein den tristen Kontrast zu den Spiegelungen draussen im Hof bildete.

Es scheint nur so, daß Zeit etwas Wirkliches ist, aber die Zeit ist nicht wirklich dachte Irene, während sie hinauf sah, zu dem Balkon der Wohnung des nicht ganz mehr ganz so jungen Mannes, der ihr wohl ein wenig in das Mädchen verliebt zu sein schien, welches einige Zeit im Haus gegenüber lebte; ein Stockwerk unter dem seinigen. Jenes junge Ding, das immer so verheult aussah und meist Kleidung trug, welche ihr offensichtlich viel zu gross war. Daraus ist nichts geworden, kommen Irene die Worte des Nachbars in den Sinn, den sie neulich an den Mülltonnen abfing; die junge Frau sei wohl für länger fort; im Ausland und Irene dachte sich, ja auch andere, wohl ohne Schuld, teilen das Los eines Lebens ohne wahre Liebe.

Irene blinzelte erneut durch ihre dickglasige Brille durchs Fenster und sah, wie jener Mann auf dem Balkon links oben gegenüber eben gerade frech einen Zigarettenstummel, wie so oft, über die Mauer ins Niemandsland des angrenzenden Nachbargrundstücks schnippte. Leicht schwankend, ein Rotweinglas in der Hand das bleiern ihn gegenüber anblinzelnde Fenster fixierend. Seine Balkontür verschliessend, als Letzter sein Licht der Wohnungen im Hof verlöschend beginnend, verwandelte er nun durch seine einsetzende Nachtruhe schrittweise den Hof in das reine Licht der Nacht.

Die Einsamkeit ist das Nest der Gedanken, lächelte Irene vor sich hin, während sie die Flamme der Kerze neben ihr ausblies, sie die letzten Jahrzehnte vor ihrem inneren Auge passieren liess und sie die im Hof nach und nach verlöschenden Lichter in der Wohnung des nicht mehr ganz so jungen Mannes beobachtete, so dass die Steine und Fenster nun endlich, gänzlich allein ins Licht des Vollmonds getaucht waren.

Irenes Hand griff nun zu dem dem Glas neben ihr, welches inhaltlich aus einer gewissen Reminiszenz aus ihrer Vergangenheit ergoren, das Zurückliegende so vergeblich niederringend und doch wohl dem Jetzt, dem Nichts so nahe. Der Nachtwind blähte sich nun auf, eine Wolke verdunkelt die Szenerie im Hof, so dass es dunkel ward und während Irene ihr Glas zum Mund bewegte, huschten ein paar Worte über ihre Lippen - Lass uns schlafen, junger Mann da oben. Du auf dieser Seite des Mondes, ich, ja und ich nun, endlich, auf seiner anderen.

Phil

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[nach:gefragt]

Phil am 20. August 2008 um 14:22

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Phil

oldfashioned phil

Phil am 20. August 2008 um 00:10

Ab und zu mache ich mich ja in diesem Blog zum Affen, vor allem in der Denke gewisser Bellas und artverwandtem schwanz- wie gleichzeitig hirn- und männerlosem Gesinde. Heute bin ich aber sowas von gut drauf, dass ich beschlossen habe, mich mal so richtig zum Affen zu machen. Man nehme ein Bild mit einem mürrischen Gesichtsausdruck drauf und gehe zu Yearbook Yourself - dort kann man(n) und frau Fotos von sich hochladen und dahingehend bearbeiten, wie man in einem Jahrbuch zwischen 1950 und 2000 ausgesehen hätte.

Leute, ich liege immer noch vor meinem Läppi und beömmel mich ohne Ende - bin gespannt, ob vor allem meine lieben Altstadtnasen diese Bilder unkommentiert lassen …

Nein, nein... das bin ich nicht wirklich :)

Phil


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